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  Characteristika der Camu Camu-Frucht
  Verwendungsalternativen
  Die Camu Camu-Mehrwertkette
  Agebot, Nachfrage und Preis
  Grundlegende Aspekte der Mehrwertkette





 
   
 

Camu Camu ist eine Frucht, die im peruanischen Amazonien heimisch ist und zwar hauptsächlich in Überschwemmungsgebieten. Der strauchartige Baum erreicht eine Höhe von etwa fünf Metern, hat kleine gelb-grüne Blätter und erzeugt Früchte, die auf großes Interesse bei der internationalen Obst- und Pharmazie-Fachwelt stoßen. Die dunkelrote Frucht wiegt zwischen 8 und 20 Gramm und ist etwas größer als eine Kirsche und ihr ähnlich. Das saftige Fruchtfleisch schmeckt angenehm süß-sauer und ist sehr aromatisch. Ihr Erntezeitraum umfasst die Monate Dezember bis März, wenn die Flüsse Hochwasser führen.

Die Camu Camu-Frucht ist eine der neuesten Entdeckungen im peruanischen Amazonasgebiet; sie stellt die derzeit konzentrierteste, natürliche Quelle an Vitamin C oder Ascorbinsäure dar, die auf der Welt überhaupt bekannt ist. Der Vitamin C-Gehalt bewegt sich zwischen 1.800 und 2.700 mg pro 100 g Camu Camu-Fruchtfleisch. Im Vergleich zur Orange und Acerola enthält Camu Camu 30- bzw. 2 mal mehr Ascorbinsäure.


 
 
 
 

Tabelle 1
Vitamin C-Gehalt (mg/100 g) ausgewählter Fruchtfleischsorten

Frucht Ascorbinsäure
Ananas
20
Maracuya
22
Erdbeer
42
Zitrone
44
Guayabana
60
Orange
92
Casho
108
Acerola
1,300
Camu camu
2,780
 
 
Quelle: Tratado de Cooperación Amazónica

 
 


Da Camu Camu auch kleine Mengen von Kalzium, Thiaminen, Riboflavin und Niacin aufweist, besitzt diese Frucht einige außerordentliche medizinische Eigenschaften: sie ist ein wirksames Antioxidans, Antidepressivum, lindert den Stress und schützt gegen die Grippe. Die Frucht besitzt zudem einen exzellenten Geschmack.

Nachfolgend sind der Nahrungswerte und die Zusammensetzung von 100 g Camu Camu-Fruchtfleisch angegeben:

 
 


Tabelle 2

Chemische Zusammensetzung von 100 g
Camu Camu-Fruchtfleisch

Komponente
Einheit
Wert
Wasser
g.
94.4
Energetischer Wert
cal.
17.0
Proteine
g.
0.5
Kohlenhydrate
g.
4.7
Faseranteil
g.
0.6
Ceniza
g.
0.2
Kalzium
mg.
27.0
Phosphat
mg.
17.0
Eisen
mg.
0.5
Thiamine
mg.
0.01
Riboflavin
mg.
0.04
Niacin
mg.
0.062
Reduzierte Ascorbinsäure
mg.
2,780
Gesamte Ascorbinsäure
mg.
2,994

Quelle: Tratado de Cooperación Amazónica


 
  Da in den Pflanzungen kein Insektizid angewandt wird, gilt die Camu Camu als eine rein bilogische Frucht aus absolut nicht kontaminierten Böden.


 
 
 
         
     
 
   
 



Aufgrund ihrer vielfältigen positiven Eigenschaften werden der Camu Camu-Frucht ausgezeichnete Absatzchancen auch im europäischen Markt zugewiesen. Aus der Frucht lassen sich grundsätzlich tiefgekühltes Fruchtfleisch, Fruchtfleischkonzentrat („Dicksaft“), wasserentzogenes Fruchtfleisch und Nektar herstellen. In der Nahrungsmittelindustrie wird sie zu

 
 
  natürlichem Saft,
  Nektar,
  Marmelade und
  Joghurt,


Pauch mit anderen tropischen Früchten gemischt, verarbeitet.

Für die pharmazeutische Industrie lassen sich aus Camu Camu, in Pulverform, Kapseln und Tabletten erzeugen.

 
         
         
     
 
       
 
Die folgende Abbildung zeigt die wichtigsten Problemen bei der Camu Camu-Frucht.



 
 




 

 

 
 
 
   
 



Angebot

 

 
 

Aufgrund seiner besonderen, klimatischen Merkmale und günstigen Böden bietet das peruanische Amazonien außerordentlich gute Bedingungen für den Wildwuchs dieser Pflanze. Daher überrascht es nicht, daß diese Wildpflanzen bisher die Hauptversorgungs-quelle von Camu Camu darstellen. In diesem Kontext ist hervorzuheben, daß sich die höchste Konzentration geeigneter Nutzflächen für den Camu Camu-Anbau im Departament Loreto befindet.

Die Frucht wächst sowohl als Strauch in überschwemmten Gebieten als auch auf dem „Festland“, darunter versteht man die nicht überflutbaren Gebiete im Flachland. In beiden Fällen existiert keinerlei Umweltverschmutzung.

 
 

Das Landwirtschaftsministerium, das „Forschungsinstitut des peruanischen Amazonasgebietes“ (IIAP) und der „Fondo Contravalor Peru-Canada“ haben in den letzten Jahren Programme zur Anbauförderung durchgeführt. Um die steigende Nachfrage nach Camu Camu nachhaltig decken zu können, unterstützt die Europäische Unio, die Deutsche Welthungerhilfe, Cesvi/Italien und Hivos/Niederland die Kleinbauern durch ein Entwicklungsprojekt zur Anbauförderung. Damit wird neben der aus den Wildpflanzen stammenden Camu Camu Ernte ein zusätzliches, solides Angebot gewährleistet. Zur Zeit sind die Exporteure auf die Ernte (Einsammeln) der in den überschwemmten Gebieten wachsenden Früchte angewiesen. Die ausgewählten Kleinbauern in bestimmten Tälern werden beim Einsatz von agroökologischen Anbaumethoden und –techniken beraten.
 
 


 
 

Aus ökologischer Perspektive ist der gezielte Anbau von Camu Camu förderungswürdig, da beim Anbau das empfindliche Ökosystem keinesfalls angetastet wird, ganz im Gegenteil: es handelt sich hier um eine Pflanze, die Bodenflächen, die zunächst für andere Anbauarten nicht geeignet sind, nutzt und somit einen regenierenden Effekt erzeugt. Darüber hinaus stellt sie einen entscheidenden Beitrag zur Armutsminderung der Uferbevölkerung des Amazonasgebietes dar.

In der Region Loreto gedeihen die größten Camu Camu-Konzentrationen als Wildpflanzen, die es überhaupt auf der Welt gibt. Die Produktion an den Supay-, Sahua-, Charo- und Orellana-Seen kann diese Behauptung bestätigen. Entlang der Flüsse Tigre, Yavari und Putumayo befinden sich ebenfalls weiträumige Landflächen, die mit diesem strauchartigen Baum bedeckt sind.

Nach CEDECAM-Schätzungen im August 2005 haben die Kleinbauern in Loreto und Ucayali ca. 350 bzw. 150 ha. Camu Camu-Plantagen angelegt. (siehe folgende Tabelle). Am Avispa-See (Ucayali-Tal, Departament Loreto) bestehen schon ca. 150 ha. Camu Camu-Plantagen.

 
 
 
 

 
 

Tabelle 3
Camu Camu-Sträucher in überschwemmten Gebieten und
Plantagen in ha im Jahr2005

Region
Wildpflanzen
Kulturpflanzen
Gesamt
Loreto
1,300
350
1,650
Ucayali
0
150
150
Gesamt
1,300
500
1,800

Quelle: Schätzung von CEDECAM

 

 

Für 2006 könnte sich das ausführbare Angebot auf 400 to Camu Camu-Fruchtfleisch aus näheren Orten der Umgebung von Iquitos belaufen.

 
 
 




 
     
 

Nachfrage


Seit Generationen genießt die einheimische Bevölkerung von Loreto und Ucayali die Camu Camu-Frucht in Form eines schmackhaften Erfrischungsgetränks, wozu sie frischgepresst und dann mit Wasser verdünnt wird.

 
 
 
 


Da auf nationaler Ebene die Frucht noch wenig bekannt ist, beginnt sich die Binnennachfrage nach Camu Camu erst zu entwickeln. In der Haupstadt Lima wird Camu Camu in kleinen Mengen in Form von Säften, Nektar und Marmelade vermarktet. Da die Früchte sehr sauer schmecken, werden sie daher meist nicht roh verzehrt, sondern als Zutat zu Erfrischungsgetränken, Speiseeis, Konfitüren, usw. verwendet.

Für Peru ist die Erschliessung von Exportmärkten außerordentlich wichtig. Diese rein biologische Frucht weist steigende ausländische Nachfrage auf. Camu Camu wird als Fruchtfleisch derzeit schon nach Japan, Europa un USA exportiert.


 
 
 
         
  Preis


     
  Der Preis richtet sich nach dem vorher durchlaufenen Verarbeitungsprozess. Der bisherige Exportpreis von Camu Camu-Fruchtfleisch ab Iquitos beläuft sich auf US$ 2,5 pro Kilo im Durchschnitt.





 
     
 
       
 




In folgender Abbildung werden die wichtigsten Phasen der Mehrwertkette des Camu Camu-Produktes dargestellt.

 
         
 


Der Camu Camu-Ertrag hängt von verschiedenen Faktoren ab:

 
  Genetische Qualität der Setzlinge;
  Bodenqualität;
  Manejo y control de plagas y enfermedades;
  Anwesenheit / Abwesenheit von Plagen und Krankheiten sowie ihrer Kontrolle und
  Einsatz moderner Anbaumethoden und –techniken.
 



Man kann konservativ davon ausgehen, daß eine Camu Camu-Landparzelle von 1 ha. mit 1.111 Pflanzen im fünften Jahr 2,5 to produzieren kann.

Bei der ersten Phase des Verarbeitungsprozesses wird von der Camu Camu-Frucht tiefgekühltes Fruchtfleisch erzeugt, was aber konzentriert werden könnte, um damit die Transportkosten vom Binnenschiffhafen bis zum Abnehmer zu senken. Dem Fruchtfleischkonzentrat kann weiteres Wasser durch Gefreirtrocknung entzogen werden.

Ein entscheidender Aspekt im Prozessverlauf stellt die Qualitäts- und Sanitärkontrolle bei jedem Glied der produktiven Kette dar, um die höchste Qualität und Konzentration an biologischer Ascorbinsäure gewährleisten zu können. Dafür sollen die HACCP-Normen eingeführt werden.